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Berichte:



2. Bericht von Bord der Kiwi Kiwi

11.04.07: Ankunft in Opua, Bay of Islands

Am Sonntag ist es dann endlich soweit. Es ist der 01.04.07. Wir lassen Whangarei so allmählich hinter uns und verholen vorerst in die Urquharts Bay, bevor es auf den Pazifik hinausgeht, aller Voraussicht nach Richtung Norden.
Am nächsten Tag ging es dann Anker auf, und wir hatten Wind aus Süd-West mit 20-25 Knoten. Das war eine schaukelige Angelegenheit, als wir aus der geschützten Abdeckung heraus kamen. Doris wurde etwas mulmig zumute, da sich das Boot ganz schön neigte, und sie nicht sicher war, wann man denn so umkippt. Als wir dann aber auf dem richtigen Kurs die Fock ausgerollt hatten, war es herrliches Segeln, und wir erreichten bald Tutukaka.
Dieser kleine Ort liegt sehr idyllisch und hat eine schöne Bucht. Wir gingen von Bord, machten eine kurze Runde, benutzten die Marinaduschen und besuchten danach die Crew der PURA VIDA, die Alwin schon auf den Kanaren und in der Karibik getroffen hatte. Zurück an Bord betrachteten wir noch eine Weile den Vollmond, bevor es in die Koje ging.
Am nächsten Tag segelten wir mit schwachem, variablem Wind weiter in die Whangaruru Bay, wo wir zwei Tage blieben. Das ist eine recht große Bucht, und wir hatten das Gefühl, in einem See zu liegen, umgeben von den grünen, sanften, für Neuseeland so typischen Hügeln. Da wir kaum Wind hatten, fuhren wir das Ankermanöver ohne Motor und konnten ohne Hektik das Großsegel runterholen. Daß wir nur schwachen Wind haben, stört uns wenig. Dadurch können wir alles in Ruhe ausprobieren, und für Doris ist es ein schöner Anfang.
Am 5. April ist der Wind dann gänzlich eingeschlafen, und wir fahren unter Motor weiter in die Whangamumu Bay. Diese Bucht hat eine nicht sehr einladende Einfahrt, und man könnte schon meinen, daß es hier nicht so schön ist. Aber weit gefehlt, kaum ist man in die hintere kleine Bay eingefahren, ist es, als würde sie dich sicher umarmen. Rundherum bietet sie wundervolle Ausblicke. Kaum war der Anker unten, es lagen übrigens mit uns nur drei weitere Boote hier, gab es ein fürchterliches Gewitter, und wir machten es uns im Schiff gemütlich.
Am nächsten Morgen waren wir ganz allein in der Bucht. Wir fuhren mit dem Dingi an Land und folgten einem Walkway über den Berg. Dort oben hatten wir eine sagenhafte Aussicht auf die Bay und unser Boot. Auf dem Rückweg inspizierten wir noch die Ruinen einer alten Walfangstation und kehrten bei schönstem Sonnenschein wieder zurück an Bord. Inzwischen kamen so nach und nach weitere Segel- und auch Motorboote in die Bucht, und wir fingen schon an zu ulken, wie viele es wohl werden würden. Wir lagen beide mit unseren Schätzungen weit daneben, in der Nacht waren insgesamt 48 Boote um uns herum. Es soll ja Leute geben, die so etwas stört und die so etwas nicht mögen, wir aber haben uns amüsiert, und bei so vielen Jachten gibt es ja auch viel zu gucken.
Um uns herum sprangen die Fische aus dem Wasser, und so wurde am nächsten Tag die Angel rein gehalten. Nachdem der erste Fisch angebissen hatte, packte uns das Angelfieber. Wir fingen Fisch für drei Mahlzeiten und waren sehr zufrieden mit uns und der Welt.
Nach drei Tagen ging es wieder Anker auf, und wir umrundeten das Cape Brett mit dem bekannten „Hole in the rock“. Hier war vielleicht etwas los. Diverse Ausflugsdampfer, die Touristen zum „Loch im Felsen“ bringen, viele Angelboote, weil man hier angeblich gut Snapper und Kingfish fangen kann und Segelboote, die einfach den Tag genießen.
Immerhin war Ostersonntag, die Neuseeländer nutzen dieses lange Wochenende und sind unterwegs.
Geankert haben wir gleich um die Ecke in der Deep Water Cove am Eingang der Bay of Islands.
Wir unternahmen dort nur einen kurzen Landgang, und Alwin nahm ein Bad in einem kleinen Süßwasserbecken.
Am nächsten Tag segelten wir dann endgültig in die Bay of Islands, fast ohne Wind, aber in Begleitung von Delfinen. Es ist immer wieder ein wunderschönes Erlebnis, und wir können uns an diesen schönen Tieren gar nicht satt sehen.
Dann passierten wir den Albert Channel und waren nun mitten drin in der Bay.
Spontan entschieden wir uns, die nächste Nacht in der Urupukapuka Bay an der gleichnamigen Insel zu verbringen. Dort lagen bereits Christian mit seiner DONELLA und die FREYA aus Greifswald.
Am Mittwoch, den 11.04.07, erreichten wir Russell, ein kleiner, idyllisch gelegener Ort mit viel Charme. Da unsere Vorräte fast aufgebraucht waren, ankerten wir direkt vor dem Ort, fuhren mit dem Dinghy an Land und versorgten uns wieder für die nächsten Tage mit frischem Gemüse und etwas Obst.
Danach fuhren wir die restlichen 3 Seemeilen nach Opua, unserem Ziel, und gingen dort am Nachmittag gegenüber der Marina vor Anker.
Hier werden wir in den nächsten 2-3 Wochen die Zeit nutzen, um uns auf den Törn nach Tonga bzw. Fiji vorzubereiten. Es ist noch viel am Schiff zu tun, und gebunkert wird sowieso bei jedem Supermarktbesuch. Außerdem wollen wir bei schönem Wetter die Gegend von Land aus mit dem Auto erkunden, das wir von Whangarei hierher holen.
Anfang Mai geht es dann in einem günstigen Wetterfenster in Richtung Südseeinseln.

Dort angekommen melden wir uns mit dem nächsten Bericht.


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